Kurz nachdem Jan den Titel des Street-Amateur Worldchampion einsackte, reiste er in die USA. Er machte eine Menge Fotos und schrieb seine Erlebnisse fast täglich in einen flattrigen Collegeblog. Sein Tagebuch plus Fotos stellte er uns für den Blog zur Verfügung.
Am 15.November 1989 startete er alleine in Hamburg, sein Ziel Dallas. Dort war er mit den beiden dänischen Skateboardern Nicky Guerrero und Sören Greve verabredet. Das Rundum-Sorglos-Paket der Fluggesellschaft gewährte Jan in Dallas eine Übernachtung in einem nahe gelegenen Hotel und so konnte er am nächsten Morgen ausgeschlafen seine Freunde und Reisebegleiter, die mit einem Delay von 24h dort eintrafen, am Airport empfangen. Von dort fuhren sie ersteinmal mit dem Taxi direkt zum Jeff Phillips Skatepark, der in den nächsten Tagen ihr neues “Zuhause” werden sollte.
Jeff Phillips Skatepark – Mike Youssefpour
Er war beeindruckt von dem Niveau welches die Locals dort an den Tag legten und nach einem Contest resümiert er in seinem Tagebuch:
“Die Locals Mark Roach und Mike Crum sind für mich die Besten, sie sind zum Teil besser als die Pros.(vor allem Mark Roach)”
Zwei Wochen verweilten sie in Dallas und neben dem Park- stand natürlich auch Poolskaten ganz oben auf ihrer To-Do-Liste.
Ende November kaufte Nicky sich für stolze 850$ ne Karre und sie fuhren in einer Nacht-und Nebelaktion nach Housten. Dort checkten sie in ein Hotel ein.
In Houston fand der legendäre “Shut up and Skate” Contest statt, an welchem Nicky teilnahm. Er landete in einem packendem Finale nach Allen Losi & Bod Boyle auf dem dritten Platz und sackte ein Preisgeld von 750$ ein. Seinen Run haben wir in folgendem Contestmitschnitt auf Youtube gefunden, er beginnt bei 4:49.
Houston Shut up and skate Part 2 of 2
Den Sparfuchs hatte Nicky offensichtlich nicht erfunden und er machte mit seinem Geld daß, wofür es da ist, ausgeben. Er kaufte sich zuerst einmal eine Erikah Badu CD …

…und dann ein Keybord und eine Gitarre.


Foto im Hotelzimmer: Nicky Guerrero , Jan Waage, Sören Greve , Tod Swank und 3 Foundation bzw. Santa Cruz Teamfahrer
Ein paar Tage nach dem Contest starteten die drei ihre ” Hell Tour”, von Texas nach Kalifornien. Zwei Tage waren sie “on the road” und nach einem kurzen Zwischenstopp mit Übernachtung in einem Hotel in Tucson, erreichten sie am späten Abend ihr Ziel, San Diego. Dort besuchten sie Nickys Grossmutter in Oceanside. Jan beschreibt die ersten Eindrücke in seinem Tagebuch wie folgt: “Sie haben ein grosses, neues Haus und sind sehr ordentlich und gebildet” und ergänzt, in Klammern gesetzt, dahinter “glaube ich jedenfalls”

“Die Hell Tour” – Skizze aus Jan Waages Tagebuch
Am nächsten Tag, nach kurzer Stippvisite bei G&S, fuhren sie weiter nach Santa Barbara, wo Nicky seinen Vertrag bei Powell unterzeichnete. “Der Vertrag war so dick wie eine Bibel“.
Dann ging es weiter nach Huntigton Beach zu Hasse Lindgreen. Dort skateten sie einige schöne Spots und schauten mit Per Welinder das damals brandneue Powell Video “Ban This”, bis sie schliesslich zurück zur Oma nach Oceanside gingen.

Dort verweilte Jan, bis er in seinen für den 21.12. gebuchten Flieger stieg und nach Hamburg zurückflog. Nach einer ereignisreichen Reise, eindrucksvollem Skaten, vielen neuen Bekannschaften und Einblicken hinter die Kulissen des Skateboard-Business schreibt JW abschliessend in sein Tagebuch:
“Ich habe viel erlebt und viel gesehen, aber ich weiss jetzt das Amerika nicht das Land der Träume ist!”
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